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Sibylle von Halem
07.05.2015 19:00 Stadtgalerie Amthof


Objekte und Installation

Sibylle von Halem, geboren in Deutschland, Weltenbummlerin in Sachen Kunst, lebt seit 2003 in Kärnten und Deutschland und organisiert u.a. auch das Krastaler Bildhauersymposion mit.

Die Künstlerin arbeitet mit skulpturalen Objekten im Raum. Die Themenkreise von Privatsphäre und Ausgeliefertsein, Intimität und Öffentlichkeit, Zugehörigkeit und Auflösung ziehen sich über viele Jahre wie ein roter Faden durch unterschiedliche Werkgruppen aus vielfältigsten Materialien.

Die Ausstellung in Feldkirchen zeigt eine Installation im Gewölbe, die nur einmal und nur für diesen Raum geschaffen wird, sowie schwebende Raumgebilde, die im Innenhof fast wie unter freiem Himmel hängen, und in den Galerieräumen kleinere, intime Objekte, deren Zugänglichkeit sich an der direkten Assoziation mit dem menschlichen Körper orientiert.

Sie bezeichnet ihre Werke im Allgemeinen als "notwendigerweise autobiografisch", sucht darin aber die Gemeinsamkeiten mit Anderen - durch die Darstellung von Zuständen oder Befindlichkeiten, die das Auge erkennt, die Sprache aber oft nicht beschreiben kann.

Unzugängliche Räume, Kleidungsstücke, Gebilde aus Fellen, Ton, Stoff und Eisen stehen hier stellvertretend für den Menschen, seine Hüllen und seine Identität.
Hautnah und berührbar, ist die Kleidung sowohl Schutzhülle für das darunter liegende als auch die nach außen hin sichtbare Erweiterung der eigenen Oberfläche.

Mit der Installation „Gespinst“ im Gwölb des Amthofes in Feldkirchen zeichnet die Künstlerin das alte Gewölbe mit einem feinen Gespinst nach, das an Spinnweben erinnert, wie man sie in einem solchen Gemäuer wohl erwarten dürfte.
Der Raum wird eingesponnen, bleibt aber begehbar - so kann man sich in ihm in einer Art Traumzustand bewegen.
Die Eigenschaft der Transparenz und Leichtigkeit, die diese wie auch andere ihrer Arbeiten auszeichnet, erlaubt der Phantasie und den Gedanken des Betrachters freien Zugang - die Arbeit bleibt durchlässig und aufnahmefähig für viele verschiedene Assoziationen.

Das Spinnennetz dient seiner Urheberin als Behausung, Tarnung und für den Beutefang: ein kleines, unterschwelliges Element der Gefahr ist immer damit verbunden.
Spinnweben sind sinnbildlich für Vergessenes oder nur halb Bewusstes, für verlassene Orte und das Verstreichen der Zeit - ein "Gespinst" ist aber auch etwas Erdachtes, "Ersponnenes".
Ebenso kann man jemanden "einspinnen", so weit bestricken, dass die andere Person für die eigenen Ideen und Vorhaben zugänglich ist...

Wie in all ihren Werken, lässt Sibylle von Halem die wichtigsten Fragen offen: die Betrachter werden aufgefordert, die möglichen Aussagen der Werke in ihrer eigenen Vorstellungskraft zu ergänzen.

Die Ausstellung ist bis 26.6. 2015 Di. bis Fr. 15-18 Uhr und während der Veranstaltungen des kfa geöffnet. (feiertags geschlossen!)


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